Ernährung beim Laufen: Der komplette Leitfaden
Essen vor dem Joggen ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit.

Ernährung beim Laufen: Der komplette Leitfaden für deine optimale Ernährungsstrategie


Du schnürst deine Laufschuhe, läufst los und nach einer Stunde ist der Ofen aus. Beine schwer, Kopf leer, kein Vorwärtskommen mehr. Kommt dir das bekannt vor? Meistens liegt das nicht an mangelnder Fitness, sondern an einer fehlenden Ernährungsstrategie. Was du vor dem Joggen essen solltest, wie du dich beim Laufen optimal versorgst und welche Fehler die meisten Läufer machen, das erfährst du hier. Mit echten Zahlen, konkreten Empfehlungen und ohne unnötigen Fachjargon.

Geschätzte Lesezeit: 10 Minuten

Unterstütze deinen Energiestoffwechsel

... und versorge dich mit lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen von FormMed: Nutze den Code runnersflow5

Was passiert energetisch beim Laufen?

Dein Körper hat beim Laufen zwei Hauptenergiequellen: gespeicherte Kohlenhydrate (Glykogen) und Körperfett. Das Glykogen sitzt in Leber und Muskeln, das Fett – nun ja – überall.

Die entscheidende Frage ist: Wann verbrennt der Körper was?

Die Antwort hängt von deinem Tempo ab. Bei niedriger Intensität, also lockerem Traben, greift der Körper hauptsächlich auf Fett zurück. Je schneller du läufst, desto mehr schwenkt er auf Glykogen um, weil die Energiegewinnung aus Fett einfach zu langsam ist.

Das klingt erstmal gut: Fett haben wir alle genug. Selbst jemand mit 8% Körperfett hat theoretisch Energie für mehrere Marathons. Das Problem: Fettverbrennung funktioniert nur mit einem gewissen Grundstock an Glykogen. „Fette verbrennen im Ofen der Kohlenhydrate“. Dieser Satz beschreibt es treffend. Sind die Glykogenspeicher komplett leer, geht gar nichts mehr.

Dann kommt der sprichwörtliche Mann mit dem Hammer.

Wer das noch nicht erlebt hat: Bei Kilometer 30 eines Marathons gibt es Athleten, die laufen wie betrunken, fallen fast um, schauen apathisch. Das sind keine mentalen Schwächen. Da sind die Leberglykogene leer, das Gehirn wird nicht mehr ausreichend versorgt und die Motorik bricht zusammen. Nicht lustig, nicht harmlos.

Merksatz: Glykogenspeicher niemals komplett leerlaufen lassen.

Der Fettstoffwechsel lässt sich trainieren. Durch lange, langsame Läufe im Zone-2-Bereich. Aber er braucht ständiges Training. Einmal antrainiert und fertig gibt es nicht.

Ab wann wird Ernährung beim Laufen wichtig?

Für einen 30-Minuten-Lauf brauchst du keine Verpflegungsstrategie. Auch bei einem entspannten 10-km-Lauf in einer Stunde musst du dir unter normalen Bedingungen keine Gedanken machen . Vorausgesetzt, du bist nicht nüchtern gestartet, hast ausreichend getrunken und keine Extremtemperaturen draußen.

Ab anderthalb Stunden wird’s ernst. Ab da beginnt der echte Ausdauersport und ab da solltest du anfangen, aktiv über Kohlenhydrate, Flüssigkeit und Elektrolyte nachzudenken.

Essen vor dem Joggen: Was und wann?

Das Frühstück vor dem Lauf ist der erste Baustein deiner Strategie. Zwei Stunden vor dem Start empfiehlt sich etwas Leichtes, Kohlenhydratbetontes – zum Beispiel Haferflocken mit Banane. Verdauungsfreundlich, sättigt, gibt Energie.

Kaffee? Bitte nicht weglassen, wenn du ihn gewohnt bist. Nichts vor dem Wettkampf ändern, was du im Training nicht getestet hast.

Carbo-Loading vor langen Läufen und Wettkämpfen

Wenn du einen Halbmarathon, Marathon oder längeren Lauf vor dir hast, solltest du zwei Tage vorher mit dem Carbo-Loading starten. Das bedeutet: kohlenhydratreiche Mahlzeiten, einfach verdaulich (kein Vollkorn, kein schweres Fett), wenig Bewegung.

Warum zwei Tage? Weil es Zeit braucht, die Glykogenspeicher wirklich zu füllen. Eine Portion Pasta am Vorabend allein reicht oft nicht.

Ein Hinweis: Wenn du deine Glykogenspeicher auffüllst, speicherst du auch mehr Wasser. Dein Gewicht geht kurz nach oben. Das ist normal und kein Grund zur Sorge. Du brauchst genau dieses Wasser am Renntag.

Was du beim Laufen zu dir nehmen solltest

Hier kommt die Beispielrechnung, die alles verdeutlicht.

Unser Beispielläufer Martin: 78 kg, beginnt mit dem Laufen. Seine Glykogenspeicher: etwa 1.200 kcal (nicht maximal gefüllt, kein Carbo-Loading). Verbrauch: 800 kcal pro Stunde bei seinem Tempo.

Ohne Fettstoffwechsel, ohne Verpflegung: Nach anderthalb Stunden ist der Tank leer. Ende. Feierabend.

Martin trainiert den Fettstoffwechsel. Jetzt gewinnt er 25% seiner benötigten Energie aus Körperfett – also 200 kcal pro Stunde. Bei 2 Stunden Lauf: 1.200 (Glykogen) + 400 (Fett) = 1.600 kcal. Verbrauch: 2 x 800 = 1.600. Geht genau auf.

Jetzt nimmt Martin zusätzlich 100 g Kohlenhydrate pro Stunde zu sich (400 kcal). Bei 4 Stunden Lauf: 1.200 + 800 (Fett) + 1.600 (Kohlenhydrate) = 3.600 kcal. Verbrauch: 4 x 800 = 3.200 kcal. Er hat sogar noch 400 kcal Reserve.

Die Botschaft: Ohne aktive Kohlenhydratzufuhr ist ein Marathon bzw. langer Lauf ohne Einbruch kaum machbar.

Kohlenhydrate: Menge, Form und das Fruktose-Problem

Wieviel Kohlenhydrate pro Stunde?

Eine gute Faustregel: 1 g Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht pro Stunde. Bei 70 kg wären das 70 g. Das ist schon der obere Bereich für Läufer. Gib dir Zeit, diese Menge zu vertragen.

Beim langsamen Zone-2-Lauf reichen 30 g pro Stunde vollkommen.

Gel, Riegel oder Pulver?

Gels sind besonders beim Laufen praktisch: einfach aufreißen, reindrücken, fertig. Kein Kauen, keine Atemprobleme. Bis die Energie ankommt, dauert es etwa 7-8 Minuten. Riegel mit Nüssen sind problematisch. Fett und Ballaststoffe verlangsamen die Verdauung enorm und dein Körper braucht unter Belastung die Energie woanders.

Das Fruktose-Problem – bitte aufpassen

Etwa 30–40% aller Menschen haben eine Fruktose-Malabsorption. Unter körperlicher Belastung steigt diese Zahl auf geschätzte 50%. Das bedeutet: Jeder zweite Läufer oder jede zweite Läuferin hat unter Belastung Probleme mit Fruktose.

Was passiert? Zu viel Fruktose im Darm zieht Wasser. Du weißt dann, warum du in die Büsche musst. Oder warum dir schlecht wird.

Viele Sportprodukte haben ein Verhältnis von 2:1 oder sogar 1:0,8 (Glukose zu Fruktose). Das funktioniert für viele Menschen einfach nicht. Teste also immer mit dem Produkt, das du beim Wettkampf nutzen willst. Und zwar bei wettkampfähnlicher Intensität.

Warum Maltodextrin besser ist als einfacher Zucker

Einfach- und Zweifachzucker haben eine hohe Osmolarität. Das heißt, sie werden langsamer aufgenommen und können in der Bauchspeicheldrüse zu viel Insulinausschüttung veranlassen. Danach droht Unterzuckerung. Maltodextrin und zyklisch hochverzweigte Dextrine haben eine niedrigere Osmolarität bei gleichem Energiegehalt. Ideal, um viele Kohlenhydrate pro Stunde aufzunehmen, ohne den Magen zu belasten.

Squeezy Energy Drink - Elektrolyte Energy Drink (Basic Formula) ohne Fruktose und mit wenig Süße | Entwickelt für maximale Magenverträglichkeit unter hoher körperlicher Belastung
  • VERTRÄGLICHKEIT MACHT DEN UNTERSCHIED - Neben...
  • MEHRSTUFIG & ISOTONISCH - Um deine Leistung beim...
  • WERTVOLLE MINERALSTOFFE - Wenn du dich richtig...
SQUEEZY Endurance Electrolytes Zitrone | 3x80g (3 Röhrchen) | Elektrolyt Tabletten mit Natrium & Kalium | Für Sport & lange Belastung | Frei von künstlichen Süßstoffen
  • DURCHDACHT - Squeezy Endurance Elektrolyte...
  • SINNVOLLE NAHRUNGSERGÄNZUNG - Squeezy Endurance...
  • IDEALES SPORTGETRÄNK - Unsere Squeezy Endurance...

Elektrolyte: Salz, Kalium und Magnesium

Natrium (Salz)

1–2 g Kochsalz pro Stunde – das ist die Empfehlung. Nicht Natrium, sondern Salz! Wer das verwechselt, nimmt schnell zu viel auf. Salz macht den größten Anteil deines Schweißes aus. Fehlende Zufuhr führt zu Krämpfen, Schwindel, Kopfschmerzen.

Wie du das Salz aufnimmst, bleibt dir überlassen: Salztablette, Kochsalz im Getränk oder salzige Gels.

Kalium

50–120 mg pro Stunde reichen. Viel weniger als Salz, aber trotzdem wichtig. Die meisten Sportgetränke enthalten ausreichend Kalium.

Magnesium

Hier ein häufiges Missverständnis: Magnesium stoppt keine Krämpfe beim Laufen. 99% aller Krämpfe im Ausdauersport sind Salzmangel oder Dehydration – kein Magnesiummangel.

Magnesium ist trotzdem wichtig. Aber vor und nach dem Sport, nicht während des Laufens. Während der Belastung kann es Magen-Darm-Probleme verursachen. Achte außerdem auf die richtige Form: Magnesiumoxid aus dem Discounter ist kaum bioverfügbar. Besser: Magnesiumzitrat oder Magnesiumtaurat.

Unterstütze deinen Energiestoffwechsel & deine Muskelfunktionen mit den Präparaten von FormMed

FormMed stellt Mikronährstoff-Präparate her, die sich durch hohe Verträglichkeit auszeichnen, dank ihrer Reinheit, der Verwendung von Markenrohstoffen und der laborgeprüften Qualität „Made in Germany“. Ich nutze für meine Nährstoffversorgung regelmäßig die veganen Multi-in-form® Kapseln und das Omegaform® 230 DHA Konzentrat.

Mit dem FormMed Rabattcode runnersflow5 sparst du 5 € auf deine erste Bestellung bei FormMed. Löse den 5 € Neukunden-Rabattcode hier ein.

Hol dir 5 € Rabatt auf deine erste Bestellung bei FormMed mit dem Rabattcode runnersflow5

Wasser: Die unterschätzte vierte Komponente

Schon nach einer Stunde ohne Trinken steigt die Herzfrequenz messbar an. Das Blut wird dickflüssiger, die Leistung sinkt.

Empfehlung: 0,5 bis 0,75 Liter pro Stunde. Bei Hitze mehr. Wichtig dabei: Das Mischungsverhältnis von Wasser zu Kohlenhydraten muss stimmen. 60 g Kohlenhydratpulver in 500 ml Wasser – das ist zu konzentriert, die Osmolarität zu hoch. Die Aufnahme verlangsamt sich. Besser: 45 g auf 750 ml.

Ein Faktor, der oft vergessen wird: Bei Kälte frierst du, dein Körper kämpft darum, die Kerntemperatur zu halten. Die Durchblutung der Bauchorgane sinkt. Das bedeutet: Dein Körper kann weniger Kohlenhydrate aufnehmen als gewohnt. Wer das ignoriert, riskiert Magen-Darm-Probleme auch bei sonst gut getesteten Mengen.

Nach dem Lauf: Das offene Fenster nutzen

Nach intensiven oder langen Einheiten sind deine Körperzellen für etwa 30 Minuten besonders aufnahmefähig für Nährstoffe. Dieses Fenster solltest du nutzen. Was brauchst du?

Erstens Kohlenhydrate, um die Glykogenspeicher wieder zu füllen. Zweitens Protein, um Muskelschäden zu reparieren. Der Körper baut in der Erholung auf, nicht beim Training. Schneller wirst du in der Pause, nicht beim Laufen. Das ist wichtig zu verstehen.

Besonders für pflanzlich essende Läuferinnen und Läufer: Achte auf vollständige Proteinquellen mit allen acht essentiellen Aminosäuren. Ein gutes Produkt sollte mindestens drei Proteinquellen enthalten.

Merksatz: Nach dem Lauf ist vor dem nächsten Lauf. Was du jetzt isst, bestimmt, wie du morgen läufst.

Die 5 größten Ernährungsfehler beim Laufen

1. Zu spät anfangen zu essen: Wer in der ersten Stunde nichts zu sich nimmt, kann das nicht in Stunde zwei nachholen. Der Körper kann nicht die doppelte Menge verarbeiten.

2. Produkte nehmen, die nie getestet wurden: Was am Verpflegungsstand ausgegeben wird, muss vorher im Training ausprobiert werden – bei wettkampfähnlicher Intensität.

3. Fruktose nicht berücksichtigen: Viele Magen-Darm-Probleme beim Laufen kommen aus einer Fruktose-Intoleranz unter Belastung. Erst ausschließen, dann urteilen.

4. Salz vergessen: Krämpfe und Schwindel sind oft kein Zeichen von Trainingsüberlastung, sondern von Salzmangel.

5. Menge Produkt ≠ Menge Kohlenhydrate: Dreh das Produkt um, lies das Nährwertetikett. Immer.

Fazit

Ernährung beim Laufen ist kein Luxusthema für Profis – sie entscheidet darüber, ob du ins Ziel kommst und wie du dich dabei fühlst. Egal ob Halbmarathon oder Sonntags-Dauerlauf ab 90 Minuten.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Ab 1,5 Stunden Laufzeit aktiv versorgen: Kohlenhydrate, Elektrolyte, Wasser
  • Faustregel Kohlenhydrate: ca. 1 g pro kg Körpergewicht pro Stunde beim Wettkampf
  • Fruktose-Verträglichkeit testen, auf Osmolarität achten
  • 1–2 g Kochsalz pro Stunde gegen Krämpfe und Schwindel
  • 0,5–0,75 Liter Wasser pro Stunde, bei Kohlenhydraten das richtige Mischungsverhältnis beachten
  • Nach dem Lauf: Kohlenhydrate + Protein im 30-Minuten-Fenster
  • Niemals im Wettkampf etwas Ungetestetes einsetzen

Deine Verpflegungsstrategie ist kein Neben-Thema. Sie ist ein Teil deines Trainings.

Wie siehst du das?

Was ist gerade deine größte Herausforderung rund ums Thema Ernährung beim Laufen? Schreib’s in die Kommentare.

Und wenn du deinen nächsten Halbmarathon oder Marathon richtig angehen willst: Schau dir meine Trainingspläne an. Du findest sie hier.



Noch mehr Ideen für besseres Training & mehr Motivation


0 Euro Angebote

Trainingsplan für Laufanfänger

Du möchtest mit dem Laufen anfangen, bist aber jedes Mal schon nach kurzer Zeit außer Atem? Mit meinem kostenlosen Trainingsplan schaffst du in nur 6 Wochen stressfrei deine ersten 30 Minuten durchzulaufen!

Checkliste: 6 Laufprofi-Techniken

Du willst kräftesparender, schneller und mit weniger Verletzungsrisiko laufen? Dann hol dir jetzt diese kostenlose Checkliste und nutze die besten Tipps der Profis für dein Training.

Willst du mit mir trainieren?

Dann mach das doch und komm in die runnersflow Academy. Dort helfe ich dir dabei, mit dem Laufen etwas für deine Gesundheit zu tun, den Kopf freizubekommen, vielleicht ein paar Kilo abzunehmen oder dich auf dein nächstes Lauf-Event vorzubereiten.

Du willst lieber alleine trainieren? Kein Problem! Hol dir meine Trainingspläne als Poster im coolen Design für dein Zuhause oder lade dir meine digitalen Trainingspläne herunter.

Klicke auf die Laufposter-Trainingspläne, um mehr zu erfahren

Hol dir die Extraportion Motivation

Schließ dich den 7000+ Abonnenten meines Newsletters an. Jeden Dienstag um 10 Uhr schicke ich dir eine Mail mit Lauf-Tipps, Motivation und anderem interessanten Jogging-Zeug.

Ich will im kostenlosen Newsletter dabei sein

So kannst du runnersflow unterstützen

Gefallen dir meine YouTube Videos? Dann freue ich mich, wenn du mir hilfst, weiterhin richtig guten Lauf-Content zu erstellen.

So kannst du mich unterstützen


Über Kevin Besser

Hi, ich bin Kevin. Lauftrainer, Motivator & Mutmacher und der Gründer von runnersflow. Ich zeige dir wie du es schaffst, deine Ziele beim Laufen zu erreichen. Und das ohne "höher, schneller, weiter". Hol dir meine besten Lauf-Tipps auf YouTube und werde Teil meiner Community.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert